Freie Presse: Holznischel setzt auf Technik
2008-12-19 10:36 von Andre Franzke
Firmenchef Peter Degen macht mit maschinell produzierten Kleinigkeiten Umsatz in Geschäften
Hartmannsdorf/Niederfrohna.
Peter Degen, Geschäftsführer der Firma Holznischel und weiterer Unternehmen mit insgesamt über 30 Mitarbeitern in Hartmannsdorf und Niederfrohna, hat keine Scheu vor eigenwilligen Entscheidungen. "Holznischel" hat er als Warenzeichen für seine Produkte eintragen lassen.
Ihn habe der Spitzname für den monumentalen Kopf in der sächsischen Industriestadt Chemnitz beeindruckt, sagt der Kaufmann aus dem Raum Aachen.
Markenzeichen seiner Firma sind allerdings filigrane Holzarbeiten. Das Weihnachtssortiment mit Schwibbogen, Fensterbildern und zartem Baumbehang finde derzeit im Werksverkauf in Hartmannsdorf neben der Fundgrube an der Oberen Hauptstraße sowie auf Weihnachtsmärkten reißend Absatz. "So hauchfein und genau könnte nie eine Laubsäge arbeiten. Das ist nur mit moderner Technik zu schaffen", erzählt Degen.
Die Laubsäge hat er durch CNC-gesteuerte Fräsen ersetzt. Um besonders zarte Formen aus dem Holz zu holen, wird Laser eingesetzt. Die Maschinen stehen in einem umgebauten ehemaligen LPG-Gebäude in Niederfrohna. Dort produziert
Degen seit fünf Jahren, hat auf 3000 Quadratmetern zudem Holzlager, Trockenkammern und Sägewerk eingerichtet. In Hartmannsdorf hat sich der gelernte Maler vor zwei Jahren ein Objekl ersteigert, "dass eine Ruine war". Geld von einer Bank zu bekommen, um dort etwas aufzubauen, war Spießrutenlauf", erinnert er sich. Das habe sich geändert. Heute stehe in Hartmannsdorf "allerneueste Technik": Eine Maschine, die computergesteuert Farbe auf Holz oder andere Weikttoffe aufträgt. Die laufe derzeit rund tun die Uhr, so der 58-jährige Geschäftsmann.
Über 500.000 Euro habe er in diesem Jahr allein in Maschinen und Technik investiert. Auch, weil da das Geschäft brumme. Dekorative und bezahlbare Gegenstände'' seien gefragt. Deshalb will sein Angebot an Geschenkartikeln für jeden Anlass noch ausbauen. Fünf Jahre in Folge ein Ertragsplus von mehr als 20 Prozent erreicht zu haben, macht ihm Mut. Etliche Aushilfskräfte hat er inzwischen in die Stammbesetzung übernommen. "Momentan arbeiten 18 Leute ganzjährig Vollzeit, im kommenden Jahr sollen es 25 werden", so der Firmenchef.
Großen Anteil am Erfolg schreibt er seiner Designerin zu. Die Spielzeugmacherin sei von Anfang an dabei, ihre Handschrift trage jedes Produkt. "Sehr feminin, verspielt, romantisch und immer positiv", beschreibt Degen ihren Stil. Ein weiterer Gestalter ist vor allem für die technische Umsetzbarkeit der Entwürfe verantwortlich. kommen sei dabei stets ein so eigenwilliger Charakter der Holznischel-Erzeugnisse, dass er damit nicht einmal im "etwas konservativen Erzgebirge" angeeckt sei. "Wir machen keinem etwas nach, deshalb gibt es keinen Streit", versichert Degen.
Gespannt ist der Unternehmer, wie sich das gestalterische Talent seiner Töchter entwickelt. "Die 17-Jährige hat bereits ihre Ausbildung an einer Fachoberschule in Chemnitz begonnen, die 16-Jährige will nach Abschluss der Schule ebenfalls gestalten lernen", freut sich Peter Degen. "Ich setze auf die nächste Generation. Sie soll weiter führen, was ich aufgebaut habe."
